Nordrhein-Westfalen gilt in der deutschen Textilbranche als Standort Nummer Eins, weil es das umsatzstärkste Textil- und Bekleidungsland in Deutschland ist. 2010 hat sich die Textil- und Bekleidungswirtschaft des bevölkerungsreichsten Bundeslandes spürbar erholt, wie beim zehnten Branchengespräch „Textil- und Bekleidungswirtschaft NRW" der Zukunftsinitiative Textil NRW mit Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger vermeldet wurde. Demnach gaben in einer aktuellen Befragung der Branchenverbände 70 Prozent der Unternehmen an, dass sie mit steigenden Umsätzen im Jahr 2010 rechnen.
Viele Wege führen zur Mode
Diese Zahlen spiegeln wider, dass eine Existenzgründung in der Modebranche sicher kein Kinderspiel ist , aber von Erfolg gekrönt sein kann, wenn man das richtige Konzept mitbringt. Wie Leonie Stockmann und Olivia Simon, die 2008 mit ihrem Concept Store „Simon und Renoldi“ in Köln an den Start gingen. Ihre Idee war eine Shopping-Wohlfühlwelt zu schaffen, in der alles käuflich ist: Nicht nur die Mode und die Geschenkartikel, sondern auch die Dekoration oder die Bücher. Besonderes Augenmerk haben die beiden auf die Auswahl exklusiver Labels gelegt, die sonst in Köln nicht zu finden sind. Finanzielle Starthilfe dafür erhielten sie unter anderem in Form des NRW.BANK.Gründungskredits. Ihr ungewöhnliches Konzept kommt gut an: Mittlerweile hat sich ihr Concept Store seine feste Stammkundschaft erobert.
Ebenfalls in der Domstadt bietet auch Hon-Tai Shiau besondere Labels in besonderem Umfeld. Sein 2008 gegründeter Concept Store „Bob 10.5.10“ setzt auf eine äußerst exklusive Auswahl junger Labels, mit denen sich seine Kunden von der Masse abheben können. Die Finanzierung dafür stellte er ebenfalls mit dem NRW.BANK.Gründungskredit auf die Beine.
Mode will gelernt sein
Wer Labels nicht nur verkaufen, sondern als Designer lieber selbst eines gründen will, absolviert in der Regel vorher eine Ausbildung oder ein Studium. In der Modemetropole Düsseldorf haben Interessierte dafür die Qual der Wahl unter mehreren Instituten. Seit dem Wintersemester 2009/2010 geht Gabriele Orsech mit ihrem Design Department bei der Ausbildung zukünftiger Modeschöpfer neue Wege. Denn die in einem ehemaligen Fabrikgebäude gelegene Akademie für Mode und Kommunikation beschränkt sich nicht nur auf die Vermittlung von Know-how zur Produktentwicklung. Ein wichtiges Ziel des Instituts ist es, den Absolventen zu vermitteln, wie sie ihre Arbeiten in Szene setzen, um sich am Markt etablieren zu können. Die finanziellen Mittel zur Gründung kamen unter anderem auch diesmal aus dem NRW.BANK.Gründungskredit.
Die rege Nachfrage bestätigt das Konzept: An Studierenden hat das Design Department auch im zweiten Jahr nach der Gründung keinen Mangel.



